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Fasten

Kann Fasten die Fähigkeit unseres Körpers verbessern,

Schäden an unserem Erbgut zu reparieren?

Kann Fasten die Reparatur unserer DNA verbessern?

Als Patient des F.X. Mayr Zentrums Bodensee erhalten Sie heute den ersten Gesundheitsimpuls. Mit diesen Briefen möchte ich Ihnen weitergeben, was mich in Klinik und Forschung bewegt - und was Ihnen helfen kann, gesund zu bleiben.

Quelle: Dr. Adrian Schulte, Ärztlicher Direktor, F.X. Mayr Zentrum Bodensee

Seit fast 30 Jahren begleite ich Menschen beim therapeutischen Fasten. Viele berichten von mehr Energie, besserem Wohlbefinden und einer verbesserten Belastbarkeit. Doch erst in den letzten Jahren beginnt die Wissenschaft zu verstehen, was dabei auf zellulärer Ebene tatsächlich geschieht. Eine spannende Frage lautet:

Kann Fasten die Fähigkeit unseres Körpers verbessern, Schäden an unserem Erbgut zu reparieren?

Diese Frage mag zunächst überraschend erscheinen. Tatsächlich ist unsere DNA weit weniger statisch, als viele Menschen glauben. Jede Zelle ist täglich enormen Belastungen ausgesetzt - durch normale Stoffwechselvorgänge, Entzündungen, Umweltfaktoren und den natürlichen Alterungsprozess entstehen jeden Tag zwischen 10.000 und 100.000 Schäden an der DNA einer einzigen Zelle. Der menschliche Körper besteht aus rund 30 Billionen Zellen.

Dass wir dennoch gesund bleiben, verdanken wir einem bemerkenswerten Umstand: Unsere Zellen verfügen über hochentwickelte Reparatursysteme, die kontinuierlich Schäden erkennen, Fehler korrigieren und den genetischer Bauplan so intakt wie möglich halten. Ohne diese Fähigkeit wäre Leben kaum möglich. Viele Forscher gehen heute davon aus, dass eine nachlassende DNA-Reparatur zu den grundlegenden Ursachen biologischer Alterungsprozesse gehört.

Vor einigen Jahren haben wir uns deshalb gefragt, ob sich diese Prozesse durch Fasten beeinflussen lassen. Unter der Leitung von Prof. Bergemann (Universität Albstadt-Sigmaringen) untersuchten wir, ob eine Phase der Kalorienreduktion die Reparaturleistung menschlicher Zellen messbar verbessern kann.

Die Ergebnisse haben uns überrascht.

Bei einem Teil der Teilnehmer verbesserte sich die Reparaturleistung bereits innerhalb weniger Tage deutlich - besonders ausgeprägt bei jenen, deren Ausgangswerte vergleichsweise niedrig gewesen waren. Der Organismus scheint unter bestimmten Bedingungen in der Lage zu sein, ungenutzte Reparaturreserven zu aktivieren.

Warum dies geschieht, ist bis heute nicht vollständig geklärt. Evolutionär betrachtet scheint es jedoch plausibel:

In Zeiten knapper Nahrung ging es nicht ums Wachsen, sondern ums Überleben - und das bedeutete, vorhandene Ressourcen effizient einzusetzen, Schäden zu beheben, die Zellfunktion zu erhalten.

Vielleicht liegt hier einer der Gründe, weshalb Fasten seit Jahrtausenden Teil nahezu aller Kulturen ist. Die moderne Forschung beginnt erst langsam zu begreifen, dass Fasten weit mehr ist als eine Methode zur Gewichtsreduktion. Vieles spricht dafür, dass dabei grundlegende Programme zur Erhaltung und Erneuerung des Körpers aktiviert werden.

Es gibt natürlich viele Faktoren, die unsere zellulären Reparaturmechanismen beeinflussen:

ausreichend Schlaf, regelmäßige Bewegung, Nichtrauchen, eine möglichst naturbelassene Ernährung. Wenn ich aber einen einzelnen Lebensstilfaktor nennen müsste, der diese Prozesse besonders wirksam anzuregen scheint, wäre es das Fasten.

Aus meiner Sicht gehört eine regelmäßige Phase reduzierter Kalorienzufuhr zu den stärksten natürlichen Reizen, die wir derzeit kennen, um körpereigene Reparatur- und Erneuerungsprogramme zu aktivieren. Für viele Menschen kann bereits ein ein- bis zweiwöchiges therapeutisches Fasten pro Jahr einen wertvollen Impuls darstellen. 

Die vielleicht wichtigste Erkenntnis kennen wir jedoch bereits heute:

Unser Körper besitzt bemerkenswerte Fähigkeiten zur Selbstreparatur. Oft müssen wir ihm nur die Gelegenheit geben, sie zu nutzen.

Freedom from diabetes, Ute Hesse, vitalfastencoach
Freedom from diabetes, Ute Hesse, vitalfastencoach